Pfarreiengemeinschaft Untermosel-Hunsrück
Pfarreiengemeinschaft Untermosel-Hunsrück

29. Sonntag im Jahreskreis                                                                        17/Okt-2021

Les. 1: Jes 5310-11

Les. 2: Hebr 414-16                                                                                           Ev.: Mk 1035-45

 

Geistliche Betrachtung

 

Aus Liebe zu Ihm - Dienen in Liebe

 

 

„Ihr wißt nicht, um was ihr bittet.“ Jesu Antwort auf die Bitte der Brüder, Johannes und Jakobus, ist keine brüske Entgegnung, sondern schlichte Wahrheit. Er wird gewiß aus ihrer Bitte die unbedingte Liebe der Beiden zu Ihm herausgehört, ihren guten Willen zur Nachfolge, ihre Bereitschaft zur Treue sowie ihren Herzenswunsch: für immer Ihm nahe sein zu dürfen, gespürt haben. Als Er sie nach ihrer Bereitschaft: Seinen Kelch zu trinken und Seine Taufe auf sich zu nehmen, fragt, weichen sie nicht aus, sondern antworten umgehend: „Wir können es.“

Er erkennt den Ernst ihrer Liebe-zu-Ihm und nimmt ihre Liebe an! Ohne bitteren Unterton; ohne den Hauch eines Zweifels in Seinem Herzen nimmt Er die Liebe der beiden Brüder an. Ich glaube: Er erkennt in dem Liebesangebot der beiden Jünger das Wirken des Vaters im Himmel, Der Ihm, dem Sohn, solche Jünger zugeführt und geschenkt hat. Daher auch Jesu Zusicherung an sie: Seinen Kelch zu trinken; Seine Taufe zu empfangen.

Jesus geht sogar einen Schritt weiter, indem Er der Liebe der Beiden ermöglicht, Seiner Liebe noch näher zu kommen, indem sie sich in die Sohnesliebe zum Vater einüben. In jene Liebe, die alles dem Vater überläßt: das Leben, den Willen, die Vergabe der Plätze – alles, was menschliches Streben und Leben antreibt und berührt. Alldies soll vom Vater empfangen werden, weil die Liebe des Vaters in Wahrheit und ohne Einschränkung zu geben vermag. Und das jeweils zugemessen nach dem Maß Seiner unfaßbaren und unendlichen Liebe. Liebe, die unser Sehnen und Hoffen, unser Rufen und Flehen hört und sieht; Liebe, die uns im Sohn alles geschenkt hat, damit wir in Ihm die Fülle des Lebens empfangen.

 

Die übrigen Jünger reagieren verärgert und offenbaren ein sehr weltliches Denken, das sich allzuleicht in den etwas kindischen Kategorien von Rangordnung und Macht verfängt und sich deshalb in der Erkenntnis der Liebe Jesu Christi selbst blockiert. Dennoch erkennt Jesus bei den übrigen Jüngern auch unter der weltlich getrübten Sichtweise ihrer Eifersucht die Liebe zu Ihm. Also ruft Er sie zu Sich; nicht nur physisch-räumlich. Sondern als Ruf an ihre Herzen, daß sie sich Ihm zuwendeten und öffneten.

Nachdem sie so wieder „bei Ihm“ sind, eröffnet ihnen Sein klärendes Wort Durchblick auf die Machtspielchen-der-Welt, und Er mahnt sie dieses Spiel nicht mitzuspielen, sondern sich vor den verführerischen Trugbildern irdischer Machtvorstellungen und Ambitionen zu distanzieren: ‚Menschenkind, unterschätze die Eigendynamik weltlicher Machtspiele nicht. Machtstreben kann süchtig machen und in Despotie enden. Aber auch Komplexe gegenüber der Macht und den Mächtigen hat in sich das Potential zur Sucht und kann in Anarchie enden. Beide Extreme entspringen ein-und-demselben Übel: nämlich einem Denken, das letztlich um Macht kreist und in den Kategorien von Überlegenheit und Unterlegenheit denkt; Rangfolgen sieht und – bewußt oder unbewußt – auf Stärke und Durchsetzungswillen setzt.‘

 

Liebe Schwestern und Brüder in Christus

Liebe Weggefährten im Glauben

 

Gegen dieses komplexe und komplexbehaftete Denken setzt Jesus auf die Macht der Liebe; jener Liebe, die dienend alle Machtstrukturen, die nicht aus der Liebe sind, unterläuft. Die eine Macht und Herrschaft werden läßt, die der Liebe des Vaters entspringt und jene wahre Macht verleiht, die aus Liebe in Liebe zu dienen fähig ist; eine Macht, die einst den Tod überwand und besiegte: die Macht Seiner Liebe, die diente und uns zum Leben, zur Liebe, zum Dienst und zur Freude befreite. Amen

Fürbitten 29. Sonntag i. Jk                                                                                     17/Okt-2021

 

 

Im Vertrauen auf Deinen Beistand treten wir mit unseren Bitten vor Dich, unseren Herrn:

 

 

Stärke die Kirche durch Deinen Heiligen Geist. Erneuere in allen Getauften den Geist des Betens und des Bittens.

Du Gott und Herr von Ewigkeit! – A.: Wir bitten Dich, erhöre uns.

 

Komm unserem Lieben zu Hilfe und laß uns in der Kraft Deines Wortes mehr und mehr fähig werden, Dich und Deine Liebe-zu-uns-Menschen zu bezeugen.

Du Gott und Herr von Ewigkeit!

 

Gib allen, die Dir nachfolgen, den Mut, Dir im Nächsten dienen zu wollen.

Du Gott und Herr von Ewigkeit!

 

Höre besonders auf die Gebete der Kinder und Jugendlichen. Du siehst in ihre Herzen und weißt, was sie bedrückt und was sie aufbaut. Laß sie Deine Nähe spüren und halte sie in Deinen guten Händen.

Du Gott und Herr von Ewigkeit!

 

Komme den Bitten und Gebeten der Kranken und Leidenden entgegen und richte sie auf.

Schenke ihnen Zuversicht und Hoffnung; und gib ihnen treue Freunde zur Seite.

Du Gott und Herr von Ewigkeit!

 

Erfülle an unseren Verstorbenen, was Du verheißen hast, und führe sie in Dein Reich der Liebe und der Wahrheit. [N. N.]

Du Gott und Herr von Ewigkeit!

 

 

Wir danken Dir für Deine Liebe; danken Dir für das Geschenk des Glaubens und der Hoffnung. Dir sei Lobpreis und Ehre alles Tage unseres Lebens – bis in Ewigkeit. A.: Amen