Pfarreiengemeinschaft Untermosel-Hunsrück
Pfarreiengemeinschaft Untermosel-Hunsrück

23. Sonntag im Jahreskreis                                                                6/Sept-2020

Les. 1: Ez 337-9

Les. 2: Röm 138-10                                                                                           Ev.: Mt 1815-20

 

 

Geistlicher Impuls

 

Laßt euch mit Ihm versöhnen!

 

 

Die Schlüssel des Himmels sowie die Binde- und Lösegewalt legt Jesus in die Hände Seiner Jünger. Eine Vollmacht, die gebunden ist an die Nachfolge („Tritt hinter mich!“)[1]. Wie Er dem Willen des Vaters gehorsam ist und Sich aus Liebe verfügen läßt, so sollen Seine Jünger Ihm nachfolgen (nicht überholen). Er geht voran. Er in allem zuerst. Christus ist der Schlüssel. Schlüssel, der öffnet und schließt, bindet und löst. Schlüssel, dessen ‚Dreh‘ die Liebe ist. Schlüssel, der im Binden und im Lösen das Werk der Versöhnung vollendet hat.

 

Die den Jüngern übertragene Vollmacht steht im Dienst der Versöhnung.

Am Beispiel der ‚correctio fraterna‘ (brüderliche Zurechtweisung) erläutert Jesus, was diesen Dienst kennzeichnet: Er ist diskret („unter vier Augen“); ist nüchtern und klar (objektive Aussage von Zeugen) und er ist kirchlich verortet (‚sag es nicht irgendwem, sondern der Gemeinde‘, deren Haltung geistlich geformt und geprägt ist). Dann Jesu Schlußbemerkung: „Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht, dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner“. Zum Glück ist uns auch überliefert, wie Jesus im Einzelfall mit Heiden und Zöllnern umging. Das läßt – Gott sei Dank! - hoffen.

Schließlich soll es ja vorkommen, daß alle Bemühungen um Versöhnung scheitern, und wir als Kirche und als Einzelner-in-ihr mit ‚unserem Latein‘ am Ende sind. Dann beruhigt‘s zu wissen: Er läßt uns nicht allein, sondern sichert uns die Hilfe des Vaters zu („Was auch immer zwei von euch auf Erden einmütig erbitten, werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten.“). Und Er versichert uns Seiner Gegenwart: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“

 

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben

Liebe Freunde in Christus

 

Zu allen Zeiten bis heute bedürfen wir der Versöhnung. Deutlich zeigt sich dies in Zeiten der Krise, des Umbruchs und der Erschütterung; wenn am persönlichen, gesellschaftlichen, kirchlichen und sonstigen ‚Lebenshaus‘ gerüttelt wird. Wenn Ereignisse Fakten schaffen, die sich unserer Kontrolle, unserem ‚Handling‘ entziehen; wir aus dem Schlaf der Sicherheit aufschrecken und ‚kalt erwischt‘ werden. Wo offenbar wird, was trägt - was nicht; was auf solidem Fundament steht - was Luftschloß ist; was Substanz ist - was Beiwerk ist; was lebenstauglich ist - was wegbricht; was jetzt Kraft verleiht und freisetzt - was selbst letzte Kräfte noch abzieht. Wo zutage tritt, was alles der Erlösung bedarf.

Wunden und Versehrtheiten, deren Ursachen unserer Wahrnehmung längst abhandengekommen und entglitten sind; die in ‚Seelenfalten‘ abgelagert die Zeiten überdauerten, ehe sie erneut zu schmerzen begannen. Nicht wenige dieser ‚Wunden‘ rühren von uralten, vergessen geglaubten Konflikten her; manch‘ Abgeschriebenes, das nie bewältigt, abgeschlossen oder gar versöhnt worden wäre. In Wahrheit sehnt sich alles, was ist, nach Versöhnung; auch dort, wo ich‘s nicht vermute, nicht wahrnehme oder nicht wahrhaben will.

 

Versöhnungsdienst ist bis in die Tiefenschichten des Daseins hin heilender und heiligender Dienst, den wir – mit Paulus gesagt – immer schuldig bleiben, weil er Dienst-der-Liebe und Dienst-aus-Liebe ist. Einer Liebe, die grundsätzliches Heilwerden und Heilwerdenwollen-des-Menschen, des Lebens, der ganzen Schöpfung will.

 

Jesus Christus hat das Werk der Versöhnung vollbracht. Uns ist das Wort von der Versöhnung anvertraut: ‚Du, Menschenkind, folge mir nach, laß dich versöhnen mit Gott, dem Nächsten und dir selbst. Versöhnt aber bezeuge meine Liebe!‘ Amen

 

[1] Vgl. Evangelium vom letzten Sonntag.

Fürbitten 23. Sonntag i. Jk                                                                           6/Sept-2020

 

 

Du, Herr und Gott, hast Himmel und Erde in Christus Jesus versöhnt. Deshalb rufen wir:

 

 

Erneuere Deine Kirche im Geist der Liebe und erhalte ihr die Bereitschaft, sich in aller Offenheit der Führung des Heiligen Geistes zu überlassen. Hilf ihr in Zeiten der Krise und der Bewährung unaufgeregt an der Seite der Menschen zu sein; sie aufzurichten, zu ermutigen und zu stärken.

Du Herr des Himmels und der Erde! – A.: Wir bitten Dich, erhöre uns.

 

An diesem Sonntag der Solidarität bitten wir um Deinen Beistand für all Menschen und Nationen, die von der Pandemie besonders hart betroffen sind; die auf keine verläßlichen Versorgungssysteme in Medizin, Wirtschaft und Administration zurückgreifen können und teilweise unter katastrophalem Mangel an Hygiene dahinvegetieren. Öffne unsere Herzen für sie und hilf uns ihnen zu helfen.

Du Herr des Himmels und der Erde!

 

Tritt all denen entgegen, die ihre Macht hemmungslos und ohne Gewissen für den Selbsterhalt ihrer totalitären Systeme benutzen. Befreie die unterdrückten Völker und schenke den Menschen Freiheit, Frieden und Gerechtigkeit.  Du Herr des Himmels und der Erde!

 

Tilge Haß und Rassismus in unserem Land und auf der ganzen Welt. Sende uns den Geist der Wachsamkeit, damit wir jedweder Ideologie aus der Kraft des Glaubens und in der Erkenntnis der Liebe begegnen und standhalten.    Du Herr des Himmels und der Erde!

 

Nimm alle Kinder und Jugendliche unter Deinen Schutz. Bewahre sie vor Verwahrlosung, Vernachlässigung und Lieblosigkeit. Laß sie in ihren Familien und bei Freunden geborgen sein. Schenke ihnen täglich neu die Freude am Leben.          Du Herr des Himmels und der Erde!

 

Schau‘ auf die Kranken und heile sie. Den geistig und seelisch Leidenden sei Licht im Dunkel. Sei auch jenen nahe, deren Bewußtsein und Gedächtnis ins Vergessen sinkt. Wo unsere Worte nicht mehr hinreichen, werde Du Wort und Sinn in ihrer Stille.    Du Herr des Himmels und der Erde!

 

Führe unsere Verstorbenen heim in Dein Reich. [N. N.] Lohne ihnen alle Liebe und allen Einsatz im Dienst der Versöhnung.        Du Herr des Himmels und der Erde!

 

 

Dich loben und preisen wir in Deiner Kirche. Wir danken Dir für Deine Liebe und rühmen Dich – von Ewigkeit zu Ewigkeit. A.: Amen