Pfarreiengemeinschaft Untermosel-Hunsrück
Pfarreiengemeinschaft Untermosel-Hunsrück

Christkönig

Les. 1: Ez 3411-12.15-17a

Les. 2: 1 Kor 1520-26.28                                                                                                  Ev.: Mt 2531-46

 

 

Geistlicher Impuls

 

Jesus von Nazareth – Herr und König

 

 

Die Lesungen der vergangenen Woche schilderten Visionen des Sehers auf Patmos, der sich uns als Johannes vorstellte. In den Himmel entrückt schaut er die Herrlichkeit Gottes und verkündet in bildreicher Sprache, was sich ihm enthüllt: unaufhörlicher Lobpreis Gottes und ewige Anbetung durch die himmlischen Mächte und Kräfte. Alles gilt dem Sohn, Den der Vater erhöht hat zu Seiner Rechten. Die Thronvision der Offenbarung, ist „Apokalypse“: Enthüllung und Sichtbarwerdung Gottes, Der den Tod besiegt und in Jesus Christus Himmel und Erde versöhnt hat. Triumph des Lebens, der zu keinem Zeitpunkt triumphalistisch daher kommt.

Denn triumphalistisches Gehabe verrät Selbstzweifel und entspringt jener Angst, die ans Eigene nicht glaubt. Man gerät außer sich und triumphiert, weil man erleichtert ist. Doch beweist gerade das Erleichtertsein die vorherige Anspannung; die Ungewißheit und Unsicherheit, die einer Unternehmung, einem Unterfangen vorangeht.

 

Nicht so bei Gott! Was im göttlichen Ratschluß beschlossen und in der Menschwerdung des Sohnes geworden war, stand nicht unter dem Menetekel eines ungewissen Schicksals oder Karmas. Mit der Menschwerdung des Sohnes in Jesus von Nazareth begann die Entäußerung: nahm der Abstieg in die Tiefe einer durch die Sünde dem Tod verfallenen Welt seinen Anfang. Was dem Sohn auf dem Weg Seines irdischen Lebens widerfuhr, lag nicht in der Hand von Schicksalsmächten, sondern folgte Seiner Bestimmung: die Welt zu erlösen. Erfolg oder Mißerfolg waren keine Kategorien zwischen denen Er hin und her geeiert wäre.

Sein Weg war zu jeder Zeit schon vorweggenommene Einwilligung in das Sich-Bietende. Alles aber aus Liebe zum Vater und zu den Menschen. Diese Liebe war offen zu empfangen und zu geben; war Selbst- und Ganzhingabe. Vergeblich die Versuche des Widersachers, Jesu Weg zu vereiteln und Ihn in Seiner Liebe zu erschüttern. Auch Kreuz und Leiden Jesu vermochten Seinen Erlöserwillen nicht aufzuhalten, wie es in Seiner Auferstehung und Himmelfahrt der Welt offenbart wurde. Alles war Fügung. Der Vater konnte fügen, wirken und vollenden, weil der Sohn Sich vorbehaltlos in den Heilswillen des Vaters verfügt hatte.

 

„Deshalb hat Ihn Gott über alle erhöht“ [Phil 29] und als König eingesetzt. Deshalb ist Er würdig des Lobpreises und des Dankes aller Mächte und Kräfte des Himmels. Deshalb ist Er würdig, angebetet zu werden. Christkönig feiert Ihn – Gott, der alles in allem ist.

Liebe Schwestern und Brüder in Christus

Liebe Freunde im Glauben

 

Wie sehr Gott alles in allem ist, bleibt nicht dem Seher auf Patmos vorbehaltene außerordentliche Vision. Es ist ja nicht so, daß die Königsherrschaft Jesu Christi dem Himmel allein vorbehaltene Wirklichkeit wäre. Da Himmel und Erde in Ihm versöhnt sind, äußert sich Seine Herrlichkeit und Macht in Raum und Zeit; durchbricht Seine Ewigkeit unaufhörlich die Zeit und offenbart, was Er versprochen hatte: mitten unter uns zu sein.

 

Das heutige Evangelium ist die Thronrede des Königs Jesus Christus. Keine Rede, die als feierliches Programm und Absichtserklärung von oben herab fließt, sondern Wahrheit Dessen, Der das fleischgewordene Wort ist und war und bleibt. Rede Dessen, Der erfüllt hat, was verheißen war. Der heute als König lebt und herrscht. Und Dessen größte Ehre und Freude es ist, wenn der Mensch Ihn anerkennt und Ihm Seine Liebe-zu-uns glaubt. Dann wird der Mensch seiner göttlichen Würde innewerden und dem Wirken der dreifaltigen Liebe in Zeit und Geschichte – sowohl im eigenen wie im Leben des Nächsten Raum geben. Amen

Fürbitten zum Hochfest Christkönig                                                                22/Nov-2020

 

 

„In menschlichen Gebärden bleibt Er den Menschen nah“. Zu Ihm rufen wir:

 

 

Leite und führe die Kirche in dieser Zeit.

Schenke uns Umkehr und gib unserem Glauben wieder Kraft.

Christus König, aller Zeit! – A.: Wir bitten Dich, erhöre uns.

 

Sende Deinen Geist allen Völkern!

Befreie jene, die unter Tyrannei und Diktatur leben.

Gib Freiheit und Frieden allen Menschen und hilf uns Not zu sehen und zu lindern.

Christus König, aller Zeit! –

 

Erbarme Dich aller, die heimatlos gemacht werden und auf der Flucht sind.

Öffne unsere Augen, damit wir in ihnen Dich erkennen und aufnehmen.

Christus König, aller Zeit! –

 

Mindere in unserem Leid das Anspruchsdenken und die Selbstbezogenheit.

Laß uns die Vorteile, die wir in unserem Land genießen dürfen, zum Segen aller einsetzen.

Christus König, aller Zeit! –

 

Tilge den Haß in unserer Gesellschaft. Stärke das Engagement aller, die sich mit Respekt und Anstand zum Wohl anderer betätigen. Schütze besonders jene, die im öffentlichen Wesen für Ordnung und Sicherheit Sorge tragen.

Christus König, aller Zeit! –

 

Heile die Kranken. Höre auf ihr Flehen und Bitten.

Erweise Dich als ihr Arzt und als der Weg zum Leben.

Christus König, aller Zeit! –

 

Führe die Verstorbenen heim in Dein Rech des Friedens und der Gerechtigkeit; nimm sie in den Himmel auf!

[N. N.]

Christus König, aller Zeit! –

 

 

Ehre sei Dir, Gott und König, Heiland der Welt.

Dich loben und preisen wir – alle Tage unseres Lebens, bis in Ewigkeit. A.: Amen